Darmbach e.V. befragt die AfD Darmstadt zu Umweltthemen – hier unsere Antworten

Der Verein Darmbach e.V., der sich für ein naturnahes und umweltbewusstes Darmstadt einsetzt, stellte anlässlich der Kommunalwahl auch der AfD in Darmstadt zahlreiche Fragen.
Wir haben uns als umweltbewusste Fraktion in den vergangenen Jahren immer wieder intensiv mit dem Thema Umwelt- und Gewässerschutz für Darmstadt beschäftigt. Eines unserer Fraktionsmitglieder war übrigens früher als Fernsehredakteur in der Umweltredaktion der ARD tätig und kennt sich auf diesem Gebiet gut aus.
Hier unsere Antworten:

Frage 1: Darmstadt soll sich gemäß Masterplan 2030+ zu einem Schwarmstadt-Modell entwickeln. Welche Maßnahmen wollen Sie dafür als Nächstes umsetzen?

Antwort:
Zunächst sollte man die Dach- und Gebäudebegrünungen im eigenen öffentlichen Raum verstärken, die bisher sehr stiefmütterlich zu finden sind.
Mehrere Anträge zu flächendeckenden Begrünungen unsererseits wurden dazu im Parlament abgelehnt. Teile der Vorschläge für Begrünungsprogramme, unter anderem Fassadenbegrünung, die die AfD als erste Partei schon vor vielen Jahren vorgeschlagen hatte, wurde anlässlich des kleinen Programms wie in der westlichen Mollerstadt wurden von den Grünen kopiert; aber dieses Programm war nur sehr beschränkt auf bestimmte Stadtteile und wurde auch nicht umfangreich umgesetzt.

Frage 2. Für welche Fließgewässer in Darmstadt sehen Sie einen vordringlichen Bedarf zur Pflege und Entwicklung?

Antwort:
Insbesondere die Staufläche und Überlaufbecken in Arheilgen wurde im letzten Jahr zur Einöde. Waren hier zuvor noch Graureiher und viele andere seltene Tierarten vertreten, ist seit Austrocknung des Ruthsenbachstausees (Damm) das vielfältige Tierleben komplett abgestorben. Eine Rückentwicklung zur biologischen Vielfalt dieses Stausees aus dem Fließgewässer des Ruthsenbaches wäre eine vordringliche Maßnahme. Vielleicht kommen dann auch wieder auf lange Sicht die seltenen Tiere wieder, die vertrieben wurden.

Frage 3. Welche Maßnahmen sollten als Nächstes für die Seen in Darmstadt umgesetzt werden?

Antwort:
Die Entschlammung steht hier an erster Stelle. Sowohl im Herrngarten als auch in den Naturbädern Woog und Arheilger Mühlchen, die einen großen Wert für Darmstadt darstellen und um die uns andere Städte beneiden, haben wir zwei Anfragen gestellt mit dem Vorschlag,  diese z. B. mit freiwilligen Helfern zu reinigen, um die Wasserqualität deutlich zu verbessern. Im letzten Fall wurde uns gesagt, dass solche Freiwilligenaktionen nicht unbedingt von Erfolg gekrönt sind.

Frage 4. Wie sollten zukünftig Stadtbäume und Parks in Darmstadt mit Wasser versorgt werden?

Antwort:
In der Regel benötigen die Bäume in Parks und Stadtbäumen nur in Trockenperioden und Ausnahmesituationen Wasserzufuhr. Hier sollte immer die EAD als Eigenbetrieb der Stadt Darmstadt die Bewässerung durchführen; und wir waren entschieden dagegen, dass – wie bei Blumenampeln und Grünanlagen im Stadtkern geschehen – eine niederländische Firma quer durch Europa mit Verbrennungsfahrzeugen die Bewässerung für Darmstadt vornimmt.

Bei weiterem Interesse an dieser Darmstädter Posse (zur Zeit Pilotprojekt) können Sie gerne der Beantwortung unserer Anfrage im PARLIS einsehen. (Hier können Sie unsere Anfrage mit Antwort im Parlamentssystem von Darmstadt anschauen)

Frage 5. Wie wollen Sie eine Regenwassernutzung auf privaten Grundstücken in Darmstadt fördern?

Antwort:
Eine Regenwassernutzung könnten, neben der schon jetzt umgesetzten Einsparung bei den Schmutzwassergebühren, z. B. eine geminderte Grundsteuererhebung sein.
Warum nicht mal was Neues wagen und Steueranreize setzen?

Frage 6. Befürworten Sie öffentliche Trinkwasserzapfstellen im Stadtgebiet? Wo sollten nach ihrer Meinung die ersten Zapfstellen realisiert werden?

Antwort: Ja, die befürworten wir. Einem Antrag der UWIGA zur Aktivierung von Trinkbrunnen haben zugestimmt und es für eine sehr gute Idee gehalten.

Frage 7. Entlang der Gewässer in Darmstadt könnten Landschaftsparks realisiert werden. Welche Maßnahme dazu sollte als Nächstes realisiert werden?

Antwort:
Das stimmt, diese Landschaftsparks entlang der Gewässer könnten mit Fahrradwegen integriert werden, um die Verkehrsträger (KFZ und Fahrrad) mehr zu trennen und Gefährdungspotentiale – wie in der Innenstadt zahlreich vorhanden – auszuschließen. Auch dürfte das Radeln in solchen Zonen etwas angenehmer sein, als sich auf den neuen Pop-Radwegen neuen Gefahren auszusetzen.

Frage 8. Frage wie kann die Umweltbildung in Darmstadt gefördert werden?

Antwort:
Kindergärten sollten schon früh beginnen, den Kindern die Umwelt bei Wanderungen mit Lerninhalten spielerisch und kreativ zu erläutern. Die meiste Prägung dazu erfolgt bekanntlich im frühen Kindesalter, und deshalb ist es geeignet, hier den Hebel für die Umweltbildung anzusetzen.

Frage 9. Zu unserem verantwortlichen Umgang mit Wasser gehört auch die Abwasserreinigung. Mit welchen Maßnahmen sollten die gewisse Verschmutzung des Darmbachs und die Wasserqualität der Modau nach den städtischen Kläranlagen verbessert werden?

Antwort:
Der verantwortliche Umgang scheint in Darmstadt keine ausreichende Priorität zu haben. Unserem AfD-Prüfantrag für eine weitere Klärstufe im Klärwerk, um eine Grundwasserinfiltrierung für den sterbenden Westwald einzuführen, wurde ohne vernünftige Gründe wie immer abgelehnt.

Zu 10. Wie kann Darmstadt zum dazu beitragen, dass Kunststoffabfälle nicht in Flüsse und Gelangen Meere gelangen.?

Antwort:
Auch hier kann über eine Klärstufe im Klärwerk nachgedacht werden (insbesondere gegen Mikroplastik).

Eine freiwillige Regelung für weniger Plastikstoffe bei der Verpackung ist anzustreben. Das Verbot der Plastiktüten im Jahr 2020 erfasst dabei nur einen kleineren prozentualen Anteil.
Der größte Anteil von Plastikmüll, der in die Meere gelangt, stammt aus Asien und Afrika und kann nur über motivierende (nicht belehrende) Entwicklungsprojekte dort vor Ort abgestellt bzw. verbessert werden.

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