Ist der Schutz von religiösen Minderheiten vor islamistischer Verfolgung schon Islamophobie?

In der letzten Sitzung des Stadtparlaments in Darmstadt wurde die AfD als islamophob und rassistisch beschimpft, als sie den folgenden Vorschlag machte:

Religiösen Minderheiten in Flüchtlingslagern, wie Christen oder Jesiden, sollte bei Bedarf die Möglichkeit gegeben werden, in einem gesonderten Flüchtlingsheim zu wohnen, nämlich dann, wenn sie sich von einer muslimischen Mehrheit unter Druck gesetzt oder gar verfolgt fühlten. Das solle besonders für solche Flüchtlinge gelten, die vor allem deswegen nach Deutschland geflohen sind, weil sie schon in ihren Herkunftsländern jahrelang und schwer unter Verfolgung durch Islamisten zu leiden hatten.

Die Mehrheit im Stadtparlament hat dies ohne jegliche Diskussion und mit gewisser Empörung abgelehnt. Sie scheint – dem Zeitgeist folgend – den zahlreichen zum Islamismus neigenden Muslimen und ihren Muslimenverbänden mit 150-prozentiger Willkommenskultur um jeden Preis entgegenkommen zu wollen. Die Empfehlung, ein kleines eigenes Flüchtlingsheim für religiöse Minderheiten in Darmstadt anzubieten – was ohne nennenswerte Zusatz-Kosten möglich wäre – gilt dann anscheinend schon als Islamophobie, Rassismus und Beleidigung des Islam in Deutschland.

Wie wenig von solchem Einknicken in der Flüchtlingspolitik zu halten ist, äußert in einem Interview der bekannte Publizist Hendrik M. Broder. Er hat jahrelang mit Hamed Abdel Samad zusammengearbeitet, einem früheren überzeugten Muslim und heutigem prominenten Islamkritiker, der sich jetzt nur noch unter Polizeischutz bewegen kann. Beide Autoren sagen viel von dem, was auch die AfD sagt. „Die deutsche Gesellschaft wird an der Integrationsaufgabe scheintern…“, wenn sich nicht Entscheidendes ändert.
Dieses aufschlussreiche, vielseitige Fernseh-Interview führte der erfahrene Journalist und frühere Intendant des Südwestdeutschen Rundfunks, Peter Voss. Es war sein letztes für die ARD. Auch aus diesem Grund ist es besonders sehenswert: „Deutschland geht den Bach runter“.

 

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2 Comments

  1. Nur einer Einzelheit zur Islamophobie: Eine Phobie ist ja eine Angst vor etwas Nicht-Existierendem. Den Verletzten bei Terroristen, die sich auf den Islam berufen, möchte man nicht zurufen, ihre Angst sei unbegründet. Das wäre äußerst unmenschlich.

  2. Seit Jahren ist bekannt, das Christen in den Notlagern von gleichen Heimat Flüchtigen drangsaliert werden. Kirchen, Ehrenamtliche wissen es, tun nichts. Erst nachdem NGOs dies öffentlich anprangerten, meinte Wiesbaden was unternehmen zu müssen. Es ist ein Akt der Menschlichkeit von der AfD, diesen Verfolgten – wahren Verfolgten – nun eine politische Stimme zu geben.

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